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21. September 2017

Bundestagswahl 2017: Spring über die Hürde!

Die geschätzte Lesezeit beträgt 3 Minuten.

Liebe Leserin, lieber Leser,

Ich möchte hier nicht politisch werden. In diesem Artikel will ich mich nicht zu den Inhalten der Parteien äußern und auch keine Wahlempfehlung oder Meinung dazu aussprechen. Ich möchte Dir einen Denkanstoß geben, die richtige Wahl für Dich und für Deutschland zu treffen.

In Gesprächen, die ich in den letzten Tagen erlebt habe, ist mir aufgefallen, dass viele Mitmenschen strategisch wählen wollen. Indem sie ihr Kreuzchen für die Parteien machen, die es in die Medien, auf Plakate und Veranstaltungen schaffen. Ihr Argument:

„Ich wähle eine der großen Parteien, weil die anderen es nicht über die 5%-Hürde schaffen.“

Na toll!

Möglicherweise ist Dir schon jetzt klar, worauf ich hinaus möchte. Meinen Gedanken dazu werde ich dennoch kurz vertiefen, und zwar mithilfe von Kants kategorischem Imperativ:

„Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde.“

Was heißt das in Bezug auf die Bundestagswahl?

Deine persönliche Entscheidung, eine bestimmte Partei zu wählen, weil sie es höchstwahrscheinlich in den Bundestag schafft, solltest Du auf alle anderen Wähler übertragen. Also: Was wäre, wenn jeder das machen würde? Was wäre, wenn jeder nur aus den Parteien wählt, die nach seiner Prognose mehr als 5% der Stimmen erhalten?

Meine Fragen an Dich: Kann sich dann etwas für Dich zum Guten verändern? Wird dadurch Deinen Bedürfnissen, Wünschen und Vorstellungen gerecht? Bekommen, durch diese Denkweise, jene Menschen ein politisches Mandat, denen Du vertraust?

Warum schreibe ich das hier in den Selbstmanagementblog?

Ich glaube daran, dass Menschen (mit etwas Übung) über sich selbst entscheiden können. Das ist für mich Selbstmanagement. Es gehört auch dazu, den Politikern oder Parteien eine Stimme zu geben, die zu ihnen passen.

Max Frisch: Demokratie heißt, sich in die eigenen Angelegenheiten einzumischen.

Damit Du Dich selbst verwirklichen kannst, hast Du also jetzt die seltene Chance, Dich zu beteiligen, indem Du die Partei und den Politiker aus Deinem Wahlkreis wählst, die Deinen Vorstellungen am nächsten stehen.

Es ist nicht unwahrscheinlich, dass es sich dabei um eine kleinere Partei und unbekannte Leute handelt, von der Du vorher nie etwas gehört hast. Junge und kleine Parteien entstehen, weil ihre Gründer davon überzeugt sind, dass viele andere politische Positionen keinen Platz in den Programmen der bekannten, großen oder populistischen Parteien finden. Sie machen diese Bemühungen, obwohl ihr Unterfangen aussichtslos zu sein scheint.

Ich möchte Dich ermutigen, am Sonntag die Partei zu wählen, die Dir am nächsten steht. Wenn dies eine große Partei ist, dann wünsche ich, dass Du ihr Deine Stimme gibst. Bist Du unsicher, ob diese Partei zu Dir passt, schau Dir mal die Wahlprogramme der kleineren Parteien an und überdenke Deine Wahl. Wer es schafft, ergibt sich am kommenden Sonntag. Viel Erfolg!


Nachtrag vom 23.09.17

Gestern habe ich per E-Mail einen Aufruf erhalten, bei dieser Wahl unbedingt taktisch zu wählen, um einer ganz bestimmten Partei das Leben schwerer zu machen. Laut der E-Mail sollte jeder eine der großen Parteien wählen. Die Behauptung mag für diese Wahl vielleicht sogar stimmen.

Jedoch würde ich das etwas längerfristig sehen. Wenn kleine Parteien Stimmen erhalten, so stärkt es diese Parteien, auch wenn sie nicht in den Bundestag bekommen. Sie erhalten beispielsweise finanzielle Unterstützung. Ich denke: um den Status Quo zu erhalten, der zur dieser aktuellen politischen Situation geführt hat, ist das eine gute Idee. Wenn sich nachhaltig etwas in unserem Land ändern soll, höre bitte nicht auf solche Ideen. Bleibe dabei und wähle die Partei, die Deiner Haltung am ehesten entspricht.

Weil ich es liebe, Menschen zu inspirieren und weil ich sehr gerne schreibe, war die logische Konsequenz, diesen Blog ins Leben zu rufen. Ich beschäftige mich gerne mit allen Themen, die andere Menschen bewegen und ihnen in ihrem Leben weiterhelfen. Ich wünsche Dir viel Spaß beim Lesen und stöbern und wünsche Dir ganze Menge Inspiration.

Bildquellen

  • Stimmzettel: Stefan Verhey

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2 Comments on “Bundestagswahl 2017: Spring über die Hürde!

Ramona
22. September 2017 um 7:21

Der Kat. Imperativ beinhaltet dann aber auch, dass ich wünschen könnte, dass diese Partei eine absolute Mehrheit erhält. Bei der „Partei der anonymen Goldfischhalter“ oder dem „Bündnis zur Gründung Bielefelds“ – fiktive, aber mögliche kleine Parteien – hätte ich aber starke Zweifel daran, dass sie den großen Aufgaben der nächsten Jahre gewachsen wären, in puncto Rente, Gesundheit, Soziale Gerechtigkeit, Bildung, Klimawandel, Wirtschaft und und und. Nicht, weil die Gründer unfähig wären, sondern weil die kleinen Parteien so spezialisiert sind, dass ein „Gesamtplan“ auch nicht so schnell aufzustellen ist. Daher sehe ich das mit dem Kat. Imperativ in diesem Zusammenhang und auch das Wählen kleinster Parteien als zweischneidiges Schwert. Ganz getreu dem Motto „Qualität setzt sich durch“ denke ich, eine „neue“ Partei hat durchaus Chancen sich von den „kleinen“ zu emanzipieren, wenn sie gut fundierte, konsistente, allgemeine und kluge Ideen hat (Medienecho, Mund-zu-Mund, etc).

Antworten
Stefan Verhey
22. September 2017 um 9:44

Hallo Ramona,
vielen Dank für Deinen Kommentar. Ich beziehe mich hier nur auf die Beeinflussung der eigenen Wahl durch die Prognose: Meine Wunschpartei schafft wahrscheinlich 5% Hürde/Meine Wunschpartei schafft wahrscheinlich nicht die 5% Hürde. Hierbei denke hier nicht daran, den kategorischen Imperativ auf einzelne Parteien anzuwenden und an absolute Mehrheiten zu denken.
Du hast meiner Meinung nach Recht, dass man Ideen, wie den kategorischen Imperativ, vorsichtig verwenden sollte.
Stefan

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