Close

27. Februar 2018

Plastik hat Auswirkungen auf Dein Selbst

Sandkasten-Spielzeug aus Kunststoff

Plastik hat Auswirkungen auf Dein Selbst
Blogartikel

 
 
00:00 / 6:59
 
1X
 

Die geschätzte Lesezeit beträgt 6 Minuten.

Das schöne am Thema Selbstmanagement ist ja, dass man über fast jedes interessante Gebiet schreiben kann. Denn was einen interessiert, das hat ja schon mit einem selbst zu tun. Außerdem ist es ein Teil des eigenen „Managements“, wann und wie man sich womit beschäftigt. Aber neben dem reinen Interesse für eine Sache, gibt es auch Themen, die besonders stark auf das eigene Selbst zurückwirken. In diesem Beitrag möchte ich über Plastik schreiben.

Vor kurzem habe ich ein Seminar zum Thema „Plastkfrei Leben“ besucht. Für Dich mag das unter Umständen noch befremdlich wirken, denn das schöne, leicht, stabile und flexibel einsetzbare Zeug ist aus unseren Leben so gut wie nicht mehr wegzudenken.

Für mich war das Seminar aber nur eine Intensivierung meiner bisherigen Bemühungen, denn seit längerem beschäftige ich mich mit den Themen Gesundheit, Umwelt- und Naturschutz. Ich hatte bereits damit angefangen, Plastik im Haushalt durch Metall, Holz und andere natürliche Materialien zu ersetzen.

Das Seminar bot mir einige praktische Hinweise und Tipps, wo überall Plastik vorkommt und wie man es vermeiden kann. Außerdem wurde der Film „Plastic Planet“ von Werner Boote empfohlen, den zu sehen ich auch gleich nachgeholt habe. Und ich muss sagen, es steht um unser aller Gesundheit und um unsere Erde gerade ziemlich schlecht, in Hinblick auf die Menge an Plastik, die wir überall haben.

Nimmt man alle Kunststoffe, die Menschen bisher hergestellt haben, könnte man damit 6 mal die Erde flächendeckend in Plastiktüten einwickeln.

Krass, oder?

Haufenweise Plastikflaschen

Auf die Frage, wo uns überall Plastik und seine Einzelbestandteile begegnen, gibt es eine erschreckende und klare Antwort: Überall. In Form von Packungen, Geräten, in Autos, in öffentlichen Verkehrsmitteln, Dosen, Kleidung, Kosmetikartikeln, im Meer, in unseren Böden, in den Tieren und Pflanzen, die wir essen, in unserem Trinkwasser und in unserem Blut. (Wirklich in dem Blut von jedem. Sogar bei Indianern oder den Inuit wurden Rückstände von Plastik im deren Blut gemessen.)

Spätestens jetzt sollte Dir klar sein, warum das Thema Plastik eine besondere Stellung in Bezug auf Dein Selbstmanagement haben sollte. Wir kaufen Plastik, wir benutzen Plastik, wir essen und nuckeln an Plastik, wir schmeißen Plastik weg und merken das oft gar nicht.

Vergessen wir mal, dass Plastik uns verführt, weil es so hergestellt wird, damit es schön aussieht, dann hat Plastik noch eine ganz andere Auswirkung auf uns – unseren Körper und unsere Psyche: Denn einige Kunststoffarten lösen Stoffe aus, die von unseren Körpern als Hormone interpretiert werden. Plastik kann uns zum Beispiel unfruchtbar machen, die Entwicklung von Kindern beeinträchtigen, unser Gehirn beeinflussen oder Krebs verursachen. Die Forscher steht hier noch ziemlich am Anfang, aber viele bisherige Forschungsergebnisse deuten darauf hin.

Im Dokumentarfilm Plastic Planet antwortet Fred vom Saal, ein amerikanischer Biologe – finde ich sehr treffend – auf die Frage, ob Plastik nicht auch als Teil des medizinischen Fortschritts Vorteile für uns Menschen hat, dass viele Menschen diese Versorgung erst wegen Plastik benötigen. Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen: Plastik hat schon seinen eigenen Kreislauf entwickelt. Nicht nur in Form von Recycling, sondern auch damit, dass es Probleme löst, die es ohne Plastik, zumindest in der Häufigkeit und Intensität gar nicht erst gäbe.

Praktische Tipps zur Vermeidung von Plastik

Aktionismus ist nicht immer gut und auch jetzt nicht. Denn jetzt einfach durch die Wohnung zu gehen und alles aus Plastik zu Entsorgen ist bestimmt nicht die beste Wahl. Wir stecken schon viel zu tief drin im Plastik.

Plastik, welches im Müll landet, wird recycelt und es ist quasi nicht auszumachen, in welchen künftigen Produkten dieses Plastik dann Verwendung findet. Das soll heißen: Wenn Du was Giftiges wegschmeißt, kann das die Plastik-Verpackung der Lebensmittel von Morgen sein.

Wenn es nicht recycelt werden kann, dann wird es, bei uns in Europa, meistens verbrannt. Was passiert da mit den giftigen Bestandteilen von Plastik? Gewiss landet vieles davon in den Filtern der Müllverbrennungsanlagen. Aber auch diese Filter müssen dann irgendwo, möglichst dicht, gelagert werden. Und wer sagt, dass alles, was schlecht ist, tatsächlich in diesen Filtern zurückbleibt?

Auch hier gilt, dass wir nicht wissen, was wir nicht wissen.

Das Thema Entsorgung ist allerdings zu komplex, um es jetzt hier in diesem Beitrag ausführlich zu erläutern. Ich stehe selbst gerade am Anfang meiner Forschungsreise durch die Artikel, Videos und Bücher zum Thema und nutze viele Quellen, bei jedem einzelnen Gegenstand, um die beste Verwendung für das einstige Produkt oder die Verpackung zu finden.

Aufbrauchen und dann selber machen.

Der Vorteil, nicht gleich aktiv zu werden, besteht darin, dass Du etwas Zeit gewinnst zu überlegen, wo Du in Deinem Leben überall mit Plastik in Kontakt kommst. Zum Beispiel im Bad: Das Shampoo, die Flüssigseife, die Spülung, das Deo, die Reinigungsmittel, etc…

Das alles kann man selber machen. Wenn Du weißt, dass Dein Deo bald verbraucht ist, dann kannst Du im Internet recherchieren, wo es plasikfreies Deo gibt oder wie man es selbst machen kann. Beim Plastikfrei-Leben-Seminar habe ich innerhalb weniger Minuten Deo aus einfachen Zutaten selbst hergestellt.

Bei den Produkten, die mit Deinen Lebensmitteln in Kontakt kommen, würde ich persönlich auf die Verwendung ab sofort verzichten! Du kannst Dir überlegen, wie Du sie weiterverwenden kannst. Nur, wenn es keine andere Möglichkeit gibt, solltest du ans Wegwerfen denken.

Ich hatte zum Beispiel bis vor kurzem Schneidbretter und Rührschüsseln aus Kunststoff. Allein durch den Abrieb davon habe ich sicher schon viel Plastik in meinem Leben mitgegessen. Hast Du auch solche Gegenstände? Dann könnten sie sich ab jetzt vielleicht bei der Gartenarbeit, als Behälter oder beim Reinigen nützlich machen. Oder die Plastik-Verpackungen von Klopapier? Die kann man zum Beispiel als Müllbeutel recyceln. Der Kreativität sind hier keine Grenzen gesetzt!

Abgenutzte Schneidbretter aus Plastik

Deutlich zu erkennen sind die Rillen, durch den normalen Gebrauch verursacht. Wo ist das abgetragene Material jetzt?

Ich werde über meine Erfahrungen, plastikfreier zu leben, sicher noch einige Artikel schreiben. Wenn Du Dich angesprochen fühlst, jetzt Deinen eigenen Plastikkonsum zu überdenken, kann ich Dir das Buch Besser Leben ohne Plastik sehr ans Herz legen. Ich bekam es schon vor einem Jahr geschenkt und es bei mir hat den ersten Stein ins Rollen gebracht. Der Link hier bringt Dich zu Amazon. Wenn Du das Buch kaufst, bekomme ich einen kleinen Teil des Verkaufspreises, quasi als Dankeschön von Amazon. Ich verlinke hier nur zu externen Seiten, wenn ich voll dahinter stehe und nicht, weil ich damit Geld verdiene.

Außerdem empfehle ich Dir die Seite Utopia.de. Dort gibt es zahlreiche Tipps und viele viele Artikel, wie man z.B. Reinigungsmittel aus natürlichen Stoffen herstellen kann, wie man ohne Einweg-Verpackungen einkaufen kann und wo es Produkte gibt, die ohne Plastik auskommen. Viel Spaß beim Stöbern.

Ich würde mich freuen, wenn Du einen Kommentar oder eine Frage hinterlässt, denn dann weiß ich, was Dich besonders interessiert. Dann könnte ich darauf entweder direkt oder mit einem neuen Beitrag eingehen.

Dieser Beitrag wurde auf einer Tastatur aus Kunststoff verfasst.

Weil ich es liebe, Menschen zu inspirieren und weil ich sehr gerne schreibe, war die logische Konsequenz, diesen Blog ins Leben zu rufen. Ich beschäftige mich gerne mit allen Themen, die andere Menschen bewegen und ihnen in ihrem Leben weiterhelfen. Ich wünsche Dir viel Spaß beim Lesen und stöbern und wünsche Dir ganze Menge Inspiration.

Bildquellen

Flattr this!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

%d Bloggern gefällt das: