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5. September 2017

Wie Du als Minimalist Zeitmanagement ersetzen kannst

Wie Du als Minimalist Zeitmanagement ersetzen kannst
Blogartikel

 
 
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Du suchst nach einer Lösung für Dein persönliches Zeitmanagement? Du willst Dein Leben einfach nur effizienter machen? Dann schaue nicht nur auf die Methoden und die Versprechen, Deine Effizienz zu steigern. Denn wie bei vielen anderen Dingen im Leben auch, spielt das Fundament, auf dem Du baust, eine gewichtige Rolle.

Zuerst stelle ich Dir vor, was ich unter Minimalismus verstehe. Unter dem Begriff gibt es nämlich viele verschiedene Auffassungen. Danach ziehe ich die Verbindung zum Zeitmanagement und beantworte, warum Dir die minimalistische Lebensweise hilft, wenn Du glaubst nicht effizient genug zu sein.

Was ist Minimalismus?

Es handelt sich bei Minimalismus um eine Einstellung und nicht um eine Methode. Wenn Du Minimalist bist, verwendest Du ihn nicht wie ein Werkzeug, sondern betrachtest Dein Leben mit einem anderen Auge. Minimalisten verzichten auf alles, was nicht für sie von Bedeutung ist. Die wichtigste Frage lautet: „Brauche ich das wirklich zum Leben?“

Manche denken das unterbewusst. Ich kenne Menschen, die keinen Kleiderschrank haben, weil sie keinen Nutzen in ihm sehen. Andere wollen flexibel bleiben und jederzeit umziehen können. Sie mieten sich deshalb eine Wohnung und kaufen sich kein Haus. Sie besitzen kaum Gegenstände, damit sie nicht viel packen müssen, wenn sie wieder umziehen wollen.

Ich habe sie nach Minimalismus befragt und bekam nur ein Schulterzucken. Denn sie leben einfach nach dem Prinzip, das sie selbst für total natürlich halten.

Andere beschäftigen sich intensiv mit dem Thema. Sie suchen in allen Bereichen ihres Lebens nach Möglichkeiten auszumisten. Sie entrümpeln regelmäßig ihre Wohnung und alles, was ihnen in die Quere kommt. Sie fragen sich jeden Tag, ob sie noch für dasselbe Geld dieselbe Arbeit machen wollen. Oder ob sie was anderes, für weniger Geld machen können.

Einige von ihnen haben eine Antwort durch das minimalistische Leben gefunden und machen es sich nun zur Aufgabe, anderen auf ihrem Weg zu helfen. Sie beraten, schreiben Bücher, produzieren Podcasts oder bloggen regelmäßig über ihre Erfahrungen.

Gründe sich für ein minimalistisches Leben zu entscheiden

Es gibt viele Gründe, sich für Minimalismus zu entscheiden. Ebenso gibt es viele verschiedene Formen von dieser Lebensweise.

Für die meisten bedeutet eine solche Lebensweise, sich unabhängiger zu machen. Menschen, die beispielsweise viel besitzen, neigen dazu, ihre Besitztümer mit anderen zu vergleichen. Minimalisten dagegen, reduzieren den Wert von allem, was sie besitzen auf ihren klaren Nutzen. Dass der Nachbar ein schönes, großes, neues Auto in seine Einfahrt stellt, das interessiert einen Minimalisten nicht, da er gar kein Auto nötig hat oder ein altes Auto besitzt, was ihm für den Weg zu seiner Arbeit reicht.

Minimalismus ist auch kein Wettbewerb, wer sparsamer lebt oder weniger besitzt. Denn das ist ja wieder ein Vergleich und eine Art Abhängigkeit, die man ja gar nicht nötig hat.

Andere kommen zur bescheideneren Lebensweise, weil sie sich in ihren eigenen vier Wänden nicht mehr wohlfühlen. In jeder Ecke steht was rum, die Schränke platzen aus allen Nähten und überall staubt etwas ein. Keiner hat noch eine Übersicht, was man überhaupt besitzt, verliehen hat oder wo sich was befindet.

Wieder andere Minimalisten wollen nur das besitzen, was sie in einen Rucksack stecken können. Sie brauchen nicht einmal eine eigene Wohnung und verbringen ihr Leben stets auf Reisen.

Meist schlafen sie bei Fremden auf einer Couch oder in einem günstigen Airbnb und freuen sich, jeden Tag neue Erfahrungen machen zu können.

Minimalismus beschränkt sich nicht nur auf Materielles. An was glaubst Du? Worüber denkst Du nach? Und was lernst Du? Das alles kannst Du auch mit der Brille des Minimalismus kritisch beäugen. Musst Du jetzt unbedingt ein Buch über Obama lesen? Oder spielt Obama, der ehemalige amerikanische Präsident, keine bedeutende Rolle mehr in Deinem Leben?

Und warum schaust Du Dir jeden Abend die Tagesschau an und liest Zeitung? Weil es sich gehört? Oder weil es zu den bürgerlichen Pflichten zählt? Bist Du sicher, dass Dich das alles interessiert und es Dich weiterbringt?

Was hat Minimalismus mit Zeitmanagement zu tun?

Wer minimalistisch lebt, verzichtet auf vieles im Leben. Vieles, wovon andere sofort urteilen, es sei für sie wichtig. Sobald man minimalistisch lebt, sind die positiven Auswirkungen größer als der Nachteil des Verzichts.

Besitztum kostet Geld und damit Zeit

Alles, was Du hast, kostet Dich Geld. Beispiel gefällig?

Am deutlichsten wird es beim Auto. Beinahe jeder in Mitteleuropa besitzt ein Auto. Für das Auto zahlst Du Steuern, Inspektionskosten, Versicherungen, Reparaturen, Stellplatz und Treibstoff. Die Pflege des Autos kostet Dich nicht nur Zeit, sondern auch Geld. Ob Waschanlage, Reinigungsmittel oder Wasser – nichts ist umsonst.

Mit den Kosten des Autos erkaufst Du Dir Zeit und ersparst körperliche Anstrengung. Wenn Du zum Beispiel abgelegen wohnst oder eine weite Strecke zur Arbeit zurücklegen musst. Aber brauchst Du unbedingt das große, starke, schnelle oder pompösere Auto?

Tut es auch ein Fiat 500? Muss es unbedingt ein Mini oder Audi oder Golf sein?

Auch andere Gegenstände kosten mich nach der Anschaffung noch Geld. Zum Beispiel Bücher. Die stellt man meistens in ein Regal, das man kaufen muss. Das Regal steht auf dem Boden. Für diesen Boden zahlst Du aber Miete oder hast eine Hypothek abzubezahlen.

Hast Du elektrische Geräte, verbrauchen diese Strom. Also musst Du regelmäßig Batterien kaufen oder zahlst mehr für Deinen Strom.

Hast Du viele Kleider, brauchst Du einen großen Kleiderschrank. Der nimmt mehr Wohnraum in Anspruch als einer, der kleiner ist. Damit Deine Wohnung wohnlicher ausschaut, benötigst Du also viel größere Räume.

Das lässt sich auf fast alle Gegenstände im Haushalt übertragen. Werner Tiki Küstenmacher sagt in seinem Buch Simplify your Life sogar, dass Menschen, die viele Gegenstände auf dem Boden haben, fast immer finanzielle Probleme haben.

Geld verlierst Du außerdem noch in dem Moment, in dem  Du Dir etwas kaufst. Und die meisten Dinge erleiden einen Wertverlust, den Du spätestens dann zu spüren bekommst, wenn Du Dich von dem Produkt wieder trennen möchtest.

Wer sparsam mit seinem Geld umgeht, muss weniger arbeiten. Du besitzt zum Beispiel ein Auto, das Du Dir nur leisten kannst, weil Du einen Job hast, zu dem Du weit fahren musst. Wenn Du auf das Auto verzichtest, könntest Du dann den Job in der Nachbarschaft anfangen, der aber schlechter bezahlt wird? Und nebenbei tust Du Deiner Umwelt sogar etwas Gutes, wenn Du zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs bist.

In welchen Bereichen kannst Du Geld sparen und gewinnst mehr Zeit für Dich und das, was Dir wichtig ist?

Beschäftigen mit den Dingen kostet Zeit

Viele Dinge, die Du besitzt, rauben Deine Zeit, ohne dass Du es merkst. Ein Beispiel?

Nehmen wir an, Du hast viele Bilder an Deinen Wänden. Auf dem oberen Rand sammelt sich im Laufe der Zeit immer mehr Staub. Eines Tages wirst Du ihn wegputzen müssen. Und wofür? Wie oft schaust Du Dir die Bilder an? Für wen hängen sie an der Wand?

Dasselbe gilt für andere Dekoartikel, die Du aufwendiger reinigen musst als eine leere Fläche, über die Du schnell wischen kannst. Ob Lampen, Vasen, Gläser, Pflanzen, usw. Es sammeln sich viele Dinge in einer Wohnung, auf die Du verzichten könntest.

Wenn Du Biergläser hast, dann benutzt Du sie, obwohl das Bier aus der Flasche auch schmeckt. Gläser musst Du aber spülen. Die Bierflaschen könnten aber einfach zurück in den Kasten. Welche Beispiele fallen Dir aus Deinem Leben noch ein, wo Du durch Minimalismus Zeit sparen kannst?

Manche Gegenstände buhlen einfach nur um Aufmerksamkeit. Zum Beispiel Spielekonsolen, Tablets, Handys, Fernseher oder Zeitschriften. Was würdest Du tun, wenn Du sie nicht hättest?

Apropos Dinge: Auch Apps, E-Mails oder Webseiten fallen darunter. Weißt Du, welche Newsletter du abonniert hast? Wie viel Zeit kosten sie Dich? Auch sie kosten Dich immer Zeit. Entweder Du liest sie, Du löschst sie, Du archivierst sie oder Du ignorierst sie. Sie verbrauchen Deine Aufmerksamkeit und somit auch Deine Zeit.

Einkaufen

Minimalismus fängt für die meisten mit dem Ausmisten an. Ist dieser Prozess aber erstmal abgeschlossen, überlegen Minimalisten sich gut, ob sie etwas Neues brauchen oder nicht. Deshalb kaufen sie sich weniger und stellen notwendige Dinge selbst her oder entscheiden sich für Gebrauchtes.

Das schafft mehr freie Zeit fürs Leben. Sobald Shopping nicht mehr Dein Standard-Samstagszeitvertreib ist, gewinnst Du mehr Zeit für Wesentliches.

Dieser Trick funktioniert sofort. Du kannst gleich anfangen weniger zu kaufen und mehr Zeit im Leben zu haben. Aber Obacht! Ich rate  Dir, vorher ordentlich aufzuräumen. Denn dieser Prozess hilft dabei, schneller und genauer entscheiden zu können, was man braucht und was nicht.

Nachrichten

Nachrichten kosten Zeit und ihr Nutzen ist fragwürdig. Beim Newsletter entscheidest Du ja noch selbst, was Du abonnierst und kannst es jederzeit abbestellen. Bei Nachrichten ist das nicht so einfach. Außer Du lässt den Fernseher immer aus, die Zeitung geschlossen oder besser noch im Kiosk.

Was ist schlecht an den Nachrichten? Konsumierst Du sie, dann beschäftigst Du Dich mit Themen, die oftmals gar keinen Einfluss auf Dich haben und Dir bei Deinen täglichen Entscheidungen nicht helfen.

Oft höre ich: „Über was sprichst Du mit den Leuten, wenn Du keine Nachrichten schaust?“ Und doch, das kann ich! Ich kann nach dem Weltgeschehen fragen, sollte es tatsächlich kein interessanteres Thema geben, wenn ich mit einem Fremden sprechen möchte. Im Grunde hat das sogar noch einen positiven Effekt. Es hilft dem Nachrichtenschauer, zu reflektieren, was sie gehört haben, weil sie nicht einfach nur darüber sprechen, sondern es sogar selbst zusammenfassen oder erklären müssen.

Ich habe noch nie ein Gespräch unter Zweien mitbekommen, die sich über Nachrichten unterhalten und sich fragten: „Und was bedeutet das für Dich?“ Stelle doch im nächsten Gespräch einfach mal diese Frage und finde heraus, welche Rolle Nachrichten im Leben der Menschen ernsthaft spielen.

Fazit

Ob Minimalismus etwas für Dich ist, musst Du selbst herausfinden. Meistens kannst Du mit intensivem Aufräumen der Wohnung anfangen. Das führt Dich dann automatisch weiter in andere Lebensbereiche.

Viele hinterfragen ihr Essen, ihre Klamotten, wo sie Zeit verschwenden, mit wem sie sich umgeben, welche Apps sie verwenden, wie viel Fläche sie brauchen und wie sie der Umwelt helfen.

Über das Thema Aufräumen plane ich auch einen weiteren Blogpost. Eine Möglichkeit, möchte ich Dir jetzt aber trotzdem schon vorstellen:

Du nimmst Dir ein Regal oder einen Schrank oder eine Ecke in Deiner Wohnung vor. Dann besorgst Du Dir eine oder mehrere Umzugskisten und füllst sie mit allem, was dort steht, wo Du aufräumen möchtest. Alles, was Du in der folgenden Zeit brauchst, nimmst Du aus der Kiste und stellst es nach Gebrauch wieder ins Regal oder in den Schrank. Nach vier Wochen hast Du in der Kiste nur noch die Gegenstände, die Du nicht mehr brauchst. Diese Methode könnte Dir helfen, zu erkennen, ob Minimalismus etwas für Dich ist.

Ich wünsche Dir viel Erfolg, die richtigen Entscheidungen für Dein Leben zu finden. Was brauchst Du und was kann weg?

Weil ich es liebe, Menschen zu inspirieren und weil ich sehr gerne schreibe, war die logische Konsequenz, diesen Blog ins Leben zu rufen. Ich beschäftige mich gerne mit allen Themen, die andere Menschen bewegen und ihnen in ihrem Leben weiterhelfen. Ich wünsche Dir viel Spaß beim Lesen und stöbern und wünsche Dir ganze Menge Inspiration.

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